Mittwoch, 18. Juli 2018

21. Etappe: von Paderborn nach Soest

Die morgendliche Frage, wo ich heute laufen sollte, war schnell beantwortet: wo hat man schon mal die Möglichkeit, einen Fluss mal eben von der Quelle bis zur Mündung und wieder zurück zu laufen? Die Pader gilt als kürzester "richtiger" Fluss Deutschlands. Sie münded schon nach 4 km im Park von Schloss Neuhaus in die Lippe. Das war mein Ziel.

Übernachtet habe ich übrigens in der Jugendherberge, einer alten Burg, die Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung war. Frühstück gab's im Rittersaal...
Die 60 km Fahrt habe nach gut der Hälfte der Strecke für eine Pause in Lippstadt unterbrochen. Nicht sehr spektakulär, aber ich wundere mich immer wieder, was so kleine Städte für schöne Fussgängerzonen haben.
In Soest bin ich auch wieder in der Jugendherberge untergekommen. Da gerade Ferien sind, gibt's auch keine Probleme, einen Schlafplatz zu bekommen. Ich hätte auch gerne auf einem Campingplatz am Möhnesee geschlafen, aber der ist 200 m höher gelegen und mit meinem einfachen Rad und 15 kg auf dem Gepäckträger wäre das schon mehr Anstrengung, als mir der Arzt erlaubt hat.
Und Soest ist wieder mal eine sehr putzige Stadt mit Stadtmauer und vielen Fachwerkhäusern.


Ähnlich wie Paderborn gibt es viele Quellen im Innenstadtbereich und man hat viele davon in den letzten Jahren freigelegt. So eine Stadt wird durch Bäche und Reiche im Innenstadtbereich schon enorm aufgewertet.



20. Etappe: von Extertal nach Paderborn

Morgens habe ich mich noch ein wenig mit Raffael,  dem E1-Wanderer unterhalten. Für ihn ist das Übernachten auf dem Campingplatz ein Luxus,  den er sich nur selten gönnt. Normalerweise schläft er im Wald (bei schönem Wetter auch ohne Zelt). Er ist mit 8 kg auf dem Rücken unterwegs,  inklusive Zelt,  Schlafsack und Isomatte. Da er Gewicht spart,  hat er dafür keinen Kocher mit.  Gegessen wird dann auch schon mal,  was der Wald so hergibt. Dagegen komme ich mir natürlich total dekadent vor...
Der Weg war anfangs noch etwas hügelig, weil ich ja noch die Ausläufer des Teutoburger Waldes überwinden musste.  Ich wäre gerne beim Herrmannsdenkmal (in der Nähe von Detmold) vorbei gefahren, Aber das wären nochmal 300 Höhenmeter extra gewesen und das war mir zu anstrengend. Stattdessen für ich durch Bad Meinberg und an der Externsteinen vorbei. Die werden von Esoterikern gerne als "Kraftort" angesehen,  ich habe leider nichts gemerkt...


Danach ging es dann endlich wieder in die Ebene Richtung Bad Lippspringe und Paderborn. Ich muss ja ehrlich gestehen,  dass ich mich mit dem Rad im Flachland wohler fühle, obwohl ich hügelige Landschaften viel mehr mag.  Aber man kann ja nicht alles haben.
Paderborn gefällt mir richtig gut. Dort gibt es durch die Paderquellen richtig viel Grün in der Stadt und dazu noch viele Fachwerkhäuser.



Montag, 16. Juli 2018

19. Etappe: von Arnum nach Extertal

Zum ersten Mal schien schon am Morgen die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Im Rheinland war das ja schon seit Tagen der Fall, wie mein Heimatsender WDR2 jeden Tag meldet.
Ich hab's genossen und bin nach dem obligatorischen Laufen noch zwei Stunden am Wasser sitzen geblieben.
Als ich dann losfuhr, konnte ich schon die ersten Hügel des Weserberglandes sehen. Ich habe also die Norddeutsche Tiefebene hinter mir gelassen und muss jetzt aufpassen, nicht ins Bergland zu fahren. Der E1 führt ab hier bis Frankfurt nur noch durch diverse Mittelgebirge.  Da mir die Ärzte sportliche Höchstleistungen verboten haben, kommt das für mich nicht in Frage. Ich werde mir deshalb einen Weg durchs Münsterland, das Ruhrgebiet und am Rhein entlang nach Süden suchen.

Zunächst fuhr ich noch fast eben die 40 km bis Hameln. Außer der Rattenfänger-Geschichte (die natürlich restlos ausgeschlachtet wird) hat Hameln eine sehr gut erhaltene, wunderschöne Altstadt.
Anschließend  ging es weiter nach Extertal.  Weshalb ich ausgerechnet ins "Tal" 300 Meter bergauf fahren muss, gehört zu den ungelösten Rätseln dieser Reise. Das hat mich mit meinem 7-Gang-Rad auf jeden Fall schon an die Zumutbarkeitsgrenze gebracht...
Hier auf dem Campingplatz teile ich mir die Zeltwiese mit Raffael, einem E1-Wanderer, der schon von der Schwäbischen Alb bis hierhin gewandert ist und noch bis Flensburg will, also in der gegengesetzten Richtung unterwegs ist.
Die ersten Hügel...





Nur um einen Tag verpasst...

Fast schon zu Hause 





Samstag, 14. Juli 2018

18. Etappe: von Celle nach Arnum

Das ist bisher der schönste Campingplatz! Dazu noch perfektes Wetter heute und eine interessante Besichtigung von Hannover...
Aber von Anfang an. Morgens bin ich wieder meine 8 km gelaufen: einfach eine gerade Straße in den Wald und nach einer halben Stunde wieder zurück. Im Hotel gab es ein reichhaltiges Frühstück und ich habe ordentlich zugeschlagen (wer weiß, wann es wieder etwas gibt :-).
Die Etappe war mit 55 km im Vergleich zu gestern ein gutes Stück kürzer, aber mein Po hat heute gelitten. Am Montag werde ich mir einen neuen, etwas besser gepolsterten Sattel kaufen...
Das Wetter war wie gester: bis nachmittags warm, aber bewölkt und nacher richtig sonnig. Mittags war ich dann in Hannover und ganz überrascht, was die Stadt für eine großzügige Architektur hat:
das "neue" Rathaus
eine schöne Mischung aus viel Grün, breiten Straßen, riesige Fußgängerzonen und noch eine schöne Altstadt mit vielen Restaurants und Cafes.

Bei der ersten Fußgängerzone (1,5 km lang) dachte ich schon, ich wäre in der Innenstadt, dabei war die noch 3 km entfernt.
Fußgängerzone in der Oststadt 
Nachdem ich zwei Stunden durch die Stadt gelaufen bin, ging es dann noch 10 km weiter bis hier an den Anrumer See, wo es auf dem Campingplatz endlich mal eine gescheite Restauration und einen Kiosk gibt.
meine Wäscheleine


Freitag, 13. Juli 2018

17. Etappe: von Garlstorf nach Celle

Heute früh war ich als erstes wieder Laufen. Nach einer Nacht im Zelt auf der dünnen Isomatte tut das dem Rücken immer gut. Außerdem wirkt das bestimmt der einseitigen Belastung des Radfahrens entgegen.
Danach kam die bisherige Königsetappe von über 75 km einmal längs durch die Lüneburger Heide. Über Bispingen, Soltau und Bergen bis Celle. Ute und ich waren vor zwei Jahren schonmal hier. Von daher kenne ich die "richtige" Heide. Davon habe ich heute leider fast nichts gesehen. Das liegt daran, dass keine Straßen durch die Naturschutzgebiete führen und ich die sandigen Nebenstrecken meiden wollte. Es gab nur an drei Stellen, wo wenige Hektar  Heide von der Straße aus zu sehen waren:



Schützenfest in Soltau
Hier in Celle bin ich in einem schnuckeligen kleinen Hotel untergekommen. Als erstes wurde Wäsche gewaschen, damit sie morgen wieder trocken ist. Dann habe ich mir die Stadt angeguckt: eine sehr große und fast komplett erhaltene Altstadt mit Fachwerkhäusern und einem Schloss samt Schlosspark.

Die Altstadt ist praktisch eine einzige große Fußgängerzone, sehr schön! 


Der nette Hotelbesitzer hatte mir vorher erzählt, dass die lokale kulinarische Spezialität "Celler Rohe Roulade" ist:


eine kalte Scheibe Roastbeef, gefüllt mit Gurke, Senf und Zwiebeln, dazu Schwarzbrot.
 Lecker!



16. Etappe: von Hamburg nach Garlstorf (Nordheide)

Frühmorgens bin ich als erstes mit dem Rad zur Außenalster gefahren, um dort ein Runde zu laufen. Das ist nichts für Leute, die gerne alleine sind: ganz Hamburg scheint die 8 km zu rennen, von 10 bis 80 Jahren. Da man die Runde in beiden Richtungen läuft, kommen einen mindestens 15 Läufer pro Minute entgegen und ich wurde mindesten 2 x pro Minute überholt, weil ich so langsam bin. Ich fand's toll!


Nach dem Duschen die Taschen gepackt und los Richtung Blankense, wo der E1 die Elbe per Fähre überquert. Zuerst habe ich mir aber das Treppenviertel angesehen. Mit der besten Ehefrau von allen hätte ich dort einen ganzen Tag verbringen können. Es gibt nur sehr wenige Straßen und die Häuser (die meist gar nicht mal groß oder luxuriös sind) werden stattdessen nur über schmale Treppen erschlossen. Da möchte man keinen Großeinkauf nach Hause tragen, von einem Umzug ganz zu schweigen...


Mit der Fähre dann nach Finkenwerder und sehr unspektakulär in die nördliche Lüneburger Heide. Der Campingplatz ist leider ziemlich heruntergekommen: es gibt keinen Laden und das Lokal hat nur Samstag ab 18 Uhr geöffnet. Also habe ich mir im Supermarkt im Ort ein leckeres Abendessen geschossen.


Für das Müsli morgen früh noch etwas H-Milch und dazu gibt es löslichen Kaffe. Das Camperleben ist kein Ponyhof...

Mittwoch, 11. Juli 2018

15. Etappe: von Stove nach Hamburg

Was für ein nasser Tag.
Morgens um 4 fing es an zu regnen und es hörte den ganzen Tag nicht richtig auf. Morgens blieb ich eine Stunde länger im Schlafsack, weil es so schön gemütlich ist, wenn draußen der Regen prasselt. Das Zelt ist auf jeden Fall dicht, auch wenn die Sachen morgens alle leicht klamm waren.
Eigentlich will ich ja vor dem Frühstück  eine Stunde joggen gehen, aber heute konnte ich mich wirklich nicht aufraffen...
Das Abbauen des Zeltes, das Packen der Taschen und des Rades ist bei Regen auch etwas umständlich, aber heute Abend schlafe ich bei meiner Tochter Kathi in Hamburg. Da können die Sachen spätestens trocknen.
Dann ging es entlang des linken (südlichen) Elbufers weiter. Heute stehen nur etwa 45 km auf dem Plan. Wenn man einmal unterwegs ist, stört der Regen irgendwann auch gar nicht mehr. Ich bin mit Fahrrad-Cape und Gamaschen für trockene Füße gut ausgerüstet.


Aber nach 3 Stunden kam das erste Wasser durch. Trotzdem kam ich gut voran, weil der Deich meistens den Wind abhielt.
Natürlich gab es auch wieder eine ausgiebige Pause, weil ich erst um 16 Uhr in Hamburg sein musste
Dort gab es noch ein kleines Highlight, weil das Navi mich durch den alten Elbtunnel leitete.

Und abends gab es dann als Belohnung eine Pizza im Wagenrad-Format

14. Etappe: von Mölln nach Stove

Die erste Nacht im Zelt habe ich schon mal gut geschlafen. Es sieht so aus, als ob sich die Investitionen in Zelt, Schlafsack und aufblasbare Isomatte gelohnt haben. Ich mochte ja schon immer die Atmosphäre auf Campingplätzen und die Qualität - was z. B. die sanitären Anlagen angeht - ist gar nicht mit sagen wir mal Frankreich in den 80er Jahren vergleichbar (die älteren werden sich erinnern).

Von Mölln ging es 30 km am Elbe-Lübeck-Kanal nach Lauenburg an der Elbe.



Die Altstadt von Lauenburg besteht fast ausschließlich aus Fachwerk- und Backsteinhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. An sich sehr beeindruckend, aber mindestens die Hälfte der Häuser stehen leer und drohen zu verfallen. Das mag auch am Elbe-Hochwasser von 2002 liegen. Die Altstadt stand komplett unter Wasser!


In Lauenburg habe ich dann erstmal eine ausgedehnte Pause gemacht. Eine neue, positive Erfahrung gegenüber den ersten Wochen im landwirtschaftlich genutzten äußersten Norden. Und da ich jetzt zeitlich und räumlich flexibel bin, kann ich immer mal so eine kleine Pause einlegen, wenn die Sonne raus kommt:


Nach der Pause ging es dann nlb och 25 km die Elbe runter, aber auf der "falschen", nämlich der rechten Seite. Dort führt der Weg zunächst über 9 km auf dem "hohen Elbufer". Dabei handelt es sich um einen    etwa 30 Meter hohen bewaldeten Steilhang entlang der Elbe. Es ist ein Naturschutzgebiet, deshalb gibt es keinen asphaltierten Weg, sondern nur einen sandigen Waldweg durch eine Hügellandschaft. Sehr abwechslungsreich,  aber etwas anstrengend zu fahren. Deshalb war ich froh, als die Gegend wieder flach wurde.


Jetzt schnell zum Campingplatz "Stover Strand" heute ist erstes Halbfinale!

Montag, 9. Juli 2018

13. Etappe von Lübeck nach Mölln

Heute früh brachte die beste Ehefrau von allen mich zur Bahn, um mir beim Einsteigen mit Rad und drei Packtaschen zu helfen.

Die Fahrt hat problemlos geklappt  und mittags war ich dann schon in Lübeck.  Es war schon ein komisches Gefühl und ich bin erstmal in den Dom, um dort  (wenigstens in Gedanken) eine Kerze anzuzünden.
Der Weg zur Mittagspause in Ratzeburg führte mich tatsächlich auch nochmal an dem Krankenhaus vorbei , wo ich bis vor zwei Wochen noch lag. Das Wetter war nach der Hitze der letzten Wochen sehr angenehm: trocken bei 18 Grad und Wolken.
Altstadt von Ratzeburg
Von Ratzeburg ging es nach Mölln. Das liegt auch malerisch zwischen mehreren verbundenen Seen.

 


Südlich von Mölln liegt ein Campingplatz am Lütauer See. Hier habe ich mein Zelt aufgeschlagen. Mal sehen, wie die erste Nacht auf der dünnen Isomatte wird...

Es geht weiter!

Der Morgen-Kaffee schnell im Stehen
Durch das -Grau der Straßen gehen
Dieselben Leute wieder sehen, tagein, tagaus
Und abends noch 'ne Runde drehen
Und der Gedanke wieder kurz vor'm Schlafen gehen
Ich hab' hier alles schon gesehen, ich muss hier raus
Ich halt's hier nicht mehr aus
Ich sehe oben am Himmel
Flugzeuge verschwinden
Stell dir vor, wie säßen drin
Egal, wohin
Wenn die Erde sich zu langsam dreht
Dann laufen wir so schnell es geht
Dahin, wo die Straßen endlos sind
Und keiner unsre Namen kennt
Lassen nur ein Stück Papier zurück
Auf dem geschrieben steht: „Wir sind jetzt weg!“
Suchen den Moment, wo alles stimmt
Wir für einen Augenblick Legenden sind
Max Giesinger "Legenden"

Dieser Text spiegelt viel von dem wider, was mir in den letzten beiden Wochen durch den Kopf gegangen ist. Es ist natürlich nicht so, dass ich es zu Hause nicht aushalte, weil ich mich dort nicht wohlfühle. Aber es drängt mich eben nach draußen. Ich möchte neue Menschen und Landschaften kennenlernen, meinen Horizont erweitern.  Deshalb habe ich die Wanderung gestartet und ich bin nicht bereit, das Projekt wegen meiner (womöglich altersgemäßen...) Wehwehchen aufzugeben. 
Die beste Ehefrau von allen hat es letzte Woche erkannt und mich dazu ermuntert, weiter zu machen. Ich muss schon einen sehr unzufriedenen Eindruck gemacht haben. Mir geht es seit der Entlassung aus dem Krankenhaus ja körperlich wieder richtig gut.  Ich bewege mich viel (Stehen und Sitzen soll ich sowieso nicht) und das Radfahren macht mir Spaß und strengt mich nicht so an. Weshalb soll ich dann zwei Monate zu Hause bleiben?  

Deshalb geht es jetzt mit dem Rad weiter. Ich bin heute mit der Bahn zurück nach Lübeck gefahren,  um die Tour ab hier fortzusetzen. Es gibt viele Vorteile gegenüber dem Wandern: durch die größere Reichweite bin ich bei der Wahl der Etappenziele flexibler. Da ich das Gepäck nicht tragen muss, kann ich jetzt Zelt, Isomatte und Schlafsack mitnehmen. Dadurch kann ich fast überall eine Unterkunft finden.  Ich brauche nicht mehr vor zu buchen und habe keinen Druck, das festgelegte Etappenziel zu erreichen. 
Natürlich bin ich jetzt auf Rad- statt auf Wanderwegen unterwegs.  Aber die grobe Route bleibt.  

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal bei allen bedanken, die mir in den letzten Wochen geholfen und an mich gedacht haben. Ich bin ehrlich überrascht und beeindruckt  von den vielen Kommentaren, Mails und WhatsApps (teilweise von Leuten, mit denen ich schon länger keinen Kontakt mehr hatte). 
Und fast alle, denen ich erzählte, dass ich weitermache, fragten, ob ich denn auch den Blog auch weiterschreibe. Das mache ich natürlich sehr gerne!

Dienstag, 19. Juni 2018

Wisst Ihr, was UKSH ist?

Das ist das Universitätskrankenhaus Schleswig Holstein in Lübeck. Da liege ich seit gestern...
Ich hatte schon seit ein paar Tagen zunehmende Luftprobleme bei einfachster körperlicher Belastung. Zum Schluss kam ich nicht mal mehr zwei Etagen die Treppe rauf, ohne oben 30 Sekunden nach Luft zu schnappen.
Also bin ich gestern in Lübeck zum Lungenfacharzt gegangen und der hat mich sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Sein Verdacht hat sich hier bestätigt: ich habe eine Lungenembolie.
Als Ursache hat man heute eine Oberschenkel-Thrombose diagnostiziert. Das ist natürlich keine Kleinigkeit und deshalb muss ich noch ein paar Tage hier bleiben. Die Embolie ist bis dahin unter Kontrolle, wegen der Thrombose werde ich noch ein paar Monate kürzer treten müssen. Damit ist das Projekt leider beendet. Vielleicht mache ich die Tour ja später mal in Etappen...

Ich danke Euch fürs Verfolgen und für die Unterstützung bis hierher.

Liebe Grüße
Hansi

Samstag, 16. Juni 2018

12. Etappe: von Neustadt nach Lübeck

Heute ist es dann doch passiert: es hat zum ersten Mal geregnet.
Es kam nicht unerwartet, aber der Regen war erst für Abends angekündigt. Ich hatte aber Glück und fuhr gerade an einem Bus-Wartehäusschen vorbei und konnte mich unterstellen.
Nach 20 Minuten kam dann auch schon wieder die Sonne raus.
Aber von Anfang an: nach einer erholsamen Nacht im urgemütlichen Zimmer bei der sehr netten Gastgeberin Bine (sie managt gleich fünf Airbnb-Zimmer neben ihrem Laden und drei Hunden!) fuhr ich mit dem Rad an der Küste entlang Richtung Travemünde. Den "richtigen" Weg parallel dazu etwas im Landesinneren war ich gestern schon in umgekehrter Richtung auf dem Weg von Lübeck nach Schönwalde gefahren. Der Weg an der Küste entlang ist außerdem schön flach. Nicht zuletzt war das die letzte Möglichkeit für eine Küstenfahrt, weil ich ab heute sowieso keinen Strand mehr sehen.
In Sierksdorf habe ich zwischendurch lecker gefrühstückt. Mittags war ich dann in Travemünde. Das liegt eigentlich gar nicht auf dem Weg, aber es hörte sich interessant an und ich wurde nicht enttäuscht. Sehr ähnlich wie Warnemünde,  wo wir vor ein paar Wochen waren: zur Ostsee hin große Hotels und eine breite Promenade. Ab der Mündung der Trave ein alter Fischerhafen mit einer lebhaften kleinen Promenade, natürlich touristisch erschlossen aber ganz nett.
Von dort sind es noch knapp 20 km bis Lübeck. Dabei gab es dann die kleine Regenpause, aber ich war trotzdem schon um halb fünf hier im Hotel. Zum ersten Mal habe ich jetzt zwei Übernachtungen am gleichen Ort, weil für morgen ein Ruhetag geplant ist. Ich habe mir schon einen ersten Überblick über die Stadt verschafft und für  morgen ein paar Besichtigungen geplant. Der Plan ist eng getaktet, weil ich mich schon um 15 Uhr zum Public Viewing aufmache. Deutschland spielt um 17 Uhr und ich möchte einen guten Platz haben. Die Location habe ich mir heute schon mal angesehen. Das ist eine coole Beach Bar in einem Multi-Kulti-Zentrum hinter verlassenen Hafenschuppen.
Strandsalon Lübeck
Das wird bestimmt ganz lustig. 

Freitag, 15. Juni 2018

11. Etappe: von Schönwalde nach Neustadt (Holstein)

Spanien gleicht gerade gegen Portugal aus => 2:2
Ich sitze in Neustadt in einer Kneipe und genieße den ersten Abend "downtown" seit dem Start vor zwei Wochen. Meine Airbnb-Gastgeberin hat ein Haus direkt in der Fußgängerzone!
Mein Zimmer ist riesig und ganz cool im weißen Shabby Chic eingerichtet.
So toll hatte der Tag gar nicht begonnen: die Hotelwirtin hatte verschlafen! Frühstück sollte es eigentlich ab 7 Uhr geben und mein Bus ging schon um 7:52. Als ich sie um 20 nach 7 endlich telefonisch erreichte und meine Situation schilderte,  meinte sie "kein Problem, bin um 8 Uhr da" - toll!
Am Ende gab's 'ne lahme Entschuldigung und selbstgeschmierte Brötchen zum Mitnehmen - zum vollen Preis...
3:2 für Spanien!
In Neustadt konnte ich meinen Rucksack bei einer total netten Bahnbeamtin deponieren, um nach Lübeck zu fahren und ein Rad zu leihen.  Mein Plan sieht vor, dass ich die Etappen 11 (Schönwalde) bis 14 (Ratzeburg) mit dem Rad fahre,  um dann nach dem Wien-Wochenende wieder zu wandern.
Das bedeutet nochmal 10 Tag Schonung für den Fuß, um dann immer noch 1.500 km zu gehen. .
In Lübeck habe ich im vierten Laden endlich ein Rad bekommen.  Dazwischen konnte ich viel von der Stadt sehen. Sie ist absolut sehenswert und ich freue mich schon auf den Ruhetag am Sonntag dort.
typischer Lübecker Stiftshof
Mit dem Rad ging es dann zurück bis fast nach Schönwalde, um von da aus die Etappe nach Neustadt zu fahren. Bei wieder einmal strahlendem Sonnenschein fuhr ich durch eine Landschaft, die mich manchmal sogar an die Toskana erinnerte. (es fehlten nur diese alleinstehenden Zypressen).
Am Ende war ich dann froh,  als ich nach mehr als 50 km im Sattel endlich in Neustadt ankam.

Ronaldo macht in der letzten Minute noch das 3:3.
Ich hasse den Kerl, war aber natürlich ein toller Freistoß



Donnerstag, 14. Juni 2018

10. Etappe: von der See in die Berge

Nach einer sehr entspannten Übernachtung in Eutin (die Gastgeberin habe ich nur zehn Minuten beim Morgenkaffee gesehen) bin ich mit dem Rad (Rucksack auf dem Gepäckträger) losgefahren.
was für ne Klapperkiste
Heutiges Ziel ist Schönwalde am Bungsberg, wobei die Tour direkt über diese höchste Erhebung Schleswig-Holstein führt. Die "Besteigung" war natürlich keine Heldentat, weil der Berg nicht mal halb so hoch wie der Drachenfels ist, aber bei dem schönen Wetter gab es noch eine schöne Aussicht.
Danach war ich schon mittags in Schönwalde, um meinen Rucksack im gebuchten Landgasthof abzugeben. Dabei stellte sich leider heraus, dass das angeschlossene Restaurant natürlich heute Ruhetag hat. Wäre auch zu schön gewesen, abends essen zu gehen...
Nur mir dem kleinen Tagesrucksack auf dem Rücken bin ich dann noch 30 km nach Plön gefahren, um das Rad zurückzubringen. Von da aus bin dann mit Zug und Bus zurück nach Schönwalde gefahren. Alles in allem hat es sich gelohnt, das Rad für die drei Tage zu leihen, weil ich so die Etappen doch noch erleben konnte und das Projekt nicht abbrechen musste.
Und als Happy End war ich sogar rechtzeitig zum Eröffnungsspiel wieder hier.


38. Etappe: von Nussdorf nach Konstanz

Eine ausgesprochen nette und entspannte letzte Etappe bei strahlendem Sonnenschein. Nach dem morgendlichen Lauf bot der kleine Campingplatz...